Das Land

Einer der wichtigsten Gründe, warum das Bordelais weltweit einen Spitzenplatz unter den Weinbaugebieten einnimmt ist seine einzigartige geographische Lage, die es ermöglicht mehr feine Weine von gleichmäßig hoher Qualität hervorzubringen als jede andere Region in Frankreich und der übrigen Welt.

Die Region wird im Wesentlichen von den Flüssen Garonne und Dordogne geprägt, die sich nördlich der Stadt Bordeaux zur Gironde vereinigen. Diese mündet dann nach ca. 60km in den Atlantik, der teilweise nur wenige Kilometer westlich davon liegt. Durch dichte Kiefernwälder werden ungünstige Stürme vom Atlantik abgefangen.

Der gesamte Weinbau im Bordelais wird somit mehr vom allgegenwärtigen Wasser und dessen Auswirkungen, als von den unterschiedlichen Bodenbestandteilen geprägt. Zum einen bewirkt der warme Golfstrom, daß ein Klima mit warmen Sommern und milden Wintern herrscht und zum anderen sorgt die Bodenbeschaffenheit für eine gute Regulation des Wasserhaushaltes.

Unterschiede in der Bodenbeschaffenheit besteht im wesentlichen zwischen den kieshaltigen Böden westlich der Gironde bzw. Garonne und den sand-, kalk, und lehmhaltigen Böden östlich dieser natürlichen Grenze.

(c) 2000, 2001 Bordelais-Wein

Im Médoc (insbesondere im Hâut Médoc) entlang dem östlichen Ufer der Gironde befinden sich viele der berühmtesten Appellationen wie Margaux, Pauillac, St. Julien und St. Estèphe. Gleichzeitig ist dies auch die größte Region hochwertigster Weine.

Nicht minder feine Weine kommen aus den Gebieten St. Émilion und Pomerol, die man zum sog. Libournais zusammenfaßt. Allerdings sind die Gebiete um die Stadt Libourne wesentlich kleiner als die des Médoc.

Das relativ große Gebiet des Bordelais läßt sich in zwei Stufen aufteilen: auf der obersten Ebene kann die Region in insgesamt 12 Bereiche aufteilen. Die wichtigsten bzw. größten sind: Médoc, St. Émilion, Pomerol, Graves, Sauternes/Barsac, Première Côtes und Entre-Deux-Mers. Einige dieser Gebiete besitzen dann weitere Unterteilungen, die sog. Appellations. Insbesondere das Médoc läßt sich in die Appellationen Saint-Estèphe, Pauillac, Saint-Julien, Moulis, Listrac, Margaux und Hâut-Médoc unterteilen.

Jede dieser Appellationen im Médoc bringt im Allgemeinen Weine ganz spezieller Charaktere hervor. Langlebige, wuchtige Weine aus Paullac, rassige und finessenreiche Weine aus Margaux, sehr langlebige, fleischige und fruchtige Weine aus Saint Julien, sowie wuchtige und früher etwas rustikale Weine aus Saint-Estèphe.